Opa Hoppenstedt lebt, also weihnachtet es!

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Opa Hoppenstedt lebt, also weihnachtet es!

Kennt Ihr Loriots „Weihnachten bei den Hoppenstedts“? Falls nicht, unbedingt bei ‘Youtube’ anschauen, bevor Ihr weiterlest! Frauchen und ich sehen uns diese zeitlose Parodie auf das deutsche Weihnachtsfest immer wieder gerne an. Mein Liebling ist Opa Hoppenstedt. Er quengelt und motzt, ihn nervt das ganze Getue genauso wie mich und eigentlich will er nur sein Geschenk. Dem Enkelkind Dicki, von dem er nicht einmal das Geschlecht weiß, schenkt er ein Atomkraftwerk zum Selberbasteln. Opa Hoppenstedt pfeift auf die ganze scheinheilig künstliche Gemütlichkeit und übertönt mit einer zackigen Marschmusik – Schallplatte die dudelnden Weihnachtslieder. Er ist in meinen Augen ein Revolutionär, ein Aktivist in Sachen Weihnachtsreform. Enkel Dicki tritt in seine Fußstapfen. Er zitiert als Weihnachtsgedicht: „Zickezacke Hühnerkacke“ und steckt dem Weihnachtsmann die Zunge heraus.

Doch nun kommt’s: Opa Hoppenstedt lebt noch! Wirklich! In einer luxeriösen Alters-Residenz, mit angrenzendem Park, wo Frauchen und ich oft Gassi gehen. Wir begegneten ihm in der Adventszeit im besagten Park und erkannten ihn sofort. Zackig kam er mit seinem Krückstock den verschneiten Weg entlang. Frauchen grinste, weil er wirklich aussah wie im Fernsehen. Nur seinen Text hat Opa Hoppenstedt erneuert. Denn als er uns bemerkte, stapfte er mit dem Stock auf und schrie: „Weihnachten, pah! Alles Scheiße, alles Dreck, eine Bombe … alles weg!“

Frauchen zog mich lieber schnell weiter. (Womöglich hat Opa heimlich ein Atomkraftwerk im Park aufgebaut!) Doch auf dem Rückweg pfiff sie belustigt einen Parademarsch. Am Heiligabend werden Frauchen und ich uns wie immer „Weihnachten bei den Hoppenstedts“ ansehen, aber diesmal mit ganz anderen Augen. Und es ist unglaublich schade, dass wir Opa Hoppenstedts Textänderung nicht mehr an Loriot schicken können! Er hätte sich bestimmt gefreut.

Fröhliche Weihnachten … und Zickezacke Hühnerkacke!

Euer Moppi Motz – Mops

Keinhirnhasen

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Keinhirnhasen

Ich liebe den Herbst. Die Kühle und den Nebel am Morgen ebenso wie die bunten Blätterhaufen und Kastanien. Ganz gespannt warte ich dieses Jahr wieder auf die Bastelkunst einer Nachbarin, die mit großer Hingabe noch selbst Kürbisse aushöhlt, obwohl sie jedes Mal schimpft, dass ihr die Hände weh tun und die Messer abbrechen. Dennoch kann sie es nicht lassen … während in den Häusern rundherum blinkende Plastik – Kürbisse, verblödet grinsend, die Strasse in kaltes LED – Licht tauchen. Frauchen regt sich immer fürchterlich darüber auf und träumt von früher, als es den amerikanischen Plastikmüll noch nicht gab und sie Männchen aus Eicheln und Kastanien bastelte.

Wie erfreut war sie nun im letzten Jahr, als besagte Nachbarin das Meisterwerk einer Kürbisskulptur erschuf: Einen Hasenkopf, dessen Ohren aus den Blättern von Maiskolben gestaltet und die Zähne aus Sellerie geschnitzt wurden. Innen war der Hase selbstverständlich hohl. Bei einem netten Gespräch mit der Nachbarin am Gartenzaun, gab Frauchen diesem Kunstwerk deshalb den Namen ‘KEINHIRNHASE’.

Doch auch wenn der Hase – als Symbol für den Hohlsinn amerikanischer Traditionen – ohne Hirn sein Dasein fristen musste, so bestand er immerhin aus reinen, regionalen Naturmaterialien. Und wenn am Abend eine Bienenwachskerze in seinem Inneren entzündet wurde, dann leuchtete ein wunderbar warmes Licht aus seinen Augen, welches die Herzen derer erfreute, die geblendet vom künstlichen LED – Wahn, nach einem Stückchen ‘Heile Welt’ suchten … wie mein Frauchen und ich.

Ja, Euer Moppi ist sentimental, wie immer im Herbst. Und auch voller Vorfreude auf die Bastelkünste der Nachbarin und von Frauchen. Keinhirnhasen, Kastanienmännchen und bunte Blätterketten sollten künftig jedes Haus schmücken, denn echte Kreativität macht Freude und bewahrt uns vor stumpfer Hirnlosigkeit.

Euer Moppi – Motz – Mops

Alles was ich an Dir mag

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Alles was ich an Dir mag

Motzen ist toll, ohne Frage. Gut dosierter Zynismus macht Spaß und zeigt vielleicht sogar Wirkung. Und dennoch … es gibt so Tage, da möchte man einfach nur nett sein, da überkommt auch so realistische, stolze Rüden wie mich ein ganz zärtliches Gefühl für alles Unvollkommene im Leben. Und deshalb möchte ich heute einmal meinen Oberlehrerfinger unten lassen und Euch nur einen Vorschlag machen. Wie wäre es, wenn Ihr dem Euch am nächsten stehenden Menschen einen Zettel schenkt, auf dem Ihr alles niederschreibt, was Ihr an ihm mögt? Sagt so etwas nicht tausendmal mehr als alle gekauften Geschenke? Ich möchte als Vorbild voran gehen und Euch zeigen, was ich meinem Frauchen geschrieben habe:

Für Frauchen – Alles was ich an Dir mag

1. Ich mag es, wenn Du mir am Abend inbrünstig Gedichte von Rilke vorliest und dann allen erzählst, dass ich das liebe.

2. Ich mag es, wenn Du mein Bellen als ‘Ja oder Nein – Orakel’ benutzt, obwohl ich jedesmal nur etwas zu Fressen will.

3. Ich mag es, wenn Du beim Telefonieren mit Deiner besten Freundin plötzlich laut los kreischt, auch wenn mir der Schreck in alle Glieder fährt und meine Ohren weh tun.

4. Ich mag es sogar, wenn Du nach dem verzückten Anschauen von Jane Austen – Filmen, noch stundenlang in dieser verstaubten Sprache mit mir sprichst und mich sogar „Mister Darcy“ nennst.

5. Ich mag es, wenn Du versuchst, mich mit Kopf kraulen in Trance zu versetzen, nur um mir dann leichter meine grässlich schmeckende Medizin einzuflößen.

6. Ich mag Dich, weil Du in jeder Hinsicht verrückt bist.

So, alles Weitere ist privat. Euch mag ich übrigens auch, weil Ihr meine Kolumnen so tapfer lest und manchmal sogar lobt.

Euer Moppi Motz- Mops

Das intuitive Komma

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Das intuitive Komma

Ich, Moppi, Muse der Wort- Muse, bin Künstler! Künstler arbeiten ausschließlich intuitiv und frei. Deshalb machen sie nie Fehler. Nein, auch keine Kommafehler. Alles ist genau so gewollt, es entsteht in absolut künstlerischer Freiheit. Konzepte und Regeln sind nur etwas für langweilige Spießer. Ich bin inspiriert!

Wenn ich ein Komma setze, dann geschieht dies aus einer tiefen künstlerischen Intuition heraus. Wenn ich zum Beispiel ein Liebesgedicht für meine Angebetete schreibe, so ist jedes Komma ein Seufzer der Sehnsucht, der zwischen den Worten und Zeilen zu ihr fliegt.

Ein intuitives Komma ist das Herzstück jeden Dichters. Sensible LeserInnen spüren dadurch die spannungsgeladene Frequenz zwischen den Wortkompositionen. Alle Freuden und Zweifel des Schreibenden schwingen darin.

So haltet den Atem an, dort wo auch der Dichter innehielt, um sich dann erneut dem nächsten Wort hinzugeben. Das intuitive Komma ist Schönheit pur, dieser kühne Schwung, der andeutet: Gleich wird es wieder so poetisch! Der Punkt dagegen, vor allem der springende Punkt, ist nüchtern und kündigt das Ende an. Welch Hoffnungslosigkeit …

Und so werde auch ich weiterhin, allen Regeln zum Trotze, zwischen meine Poesie immer wieder ein wunder – und schwungvolles intuitives Komma setzen. Das ist authentische, hingebungsvolle Kunst!

Aber jetzt muss ich leider schnell auf den Punkt kommen, denn es ist an der Zeit, dort draußen, zwischen den vielen bunten Frühlingsblumen, einen kleinen See hinzuzaubern. Punkt.

Euer Moppi Motz – Mops

Streß ist geil!

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Stress ist geil!

Stress ist bei deutschen Zweibeinern etwas ganz, ganz Tolles. Jeder brüstet sich damit, manchmal sogar Rentner in der Straßenbahn. Aber selbst die türkischen Mitbewohner unseres Landes werden in diesem Punkt immer deutscher. Folgenden Dialog verfolgten Frauchen und ich, während wir in einer Döner – Bude auf unser Falafel warteten:

Döner – Mann zu einem türkischen Kunden: „Ey sorry, dass es dauert, aber ich hab heute voll Stress!“ Der türkische Kunde antwortet empört: „Was? Du hast nur heute Stress? Ich habe JEDEN TAG Stress!“

Frauchen grinste und sang leise: „Alles was du kannst, das kann ich viel besser…“

Mal im Ernst, was bitte ist an Stress toll? Frauchen erklärte es mir: Wenn jemand mit seinem Stress angibt, will er gesehen werden und damit signalisieren, wie fleißig und unglaublich wichtig er für die Gesellschaft ist. Weil er wirklich ALLES gibt um gemocht/geliebt zu werden. Das geht anscheinend hauptsächlich über Leistung.

Wer dagegen keinen Stress hat, womöglich lächelnd und langsam durch die Straßen schlendert, ist entweder ein Tourist oder ein faules Schwein! Um in unserer Gesellschaft anerkannt und geduldet zu werden, muss quasi jeder Stress haben. Dieses sollte er nicht nur empört lautstark bekunden, sondern auch ordentlich bejammern. Sonst verfällt die Daseinsberechtigung. Das gilt natürlich besonders für Rentner und Hartz 4 – Empfänger. Die gammeln ja ohnehin den ganzen Tag nur rum, müssen also den Stress vortäuschen, so wie die genervte Ehefrau den Orgasmus. Zynisch??? Vielleicht … vor allem aber ist es stressig, womit dann letztendlich wieder der Norm entsprochen wird.

Also Leute, wer über Stress jammert, ist scheinbar voll auf der Gewinnerseite des Lebens. Stress ist geil!!!

Es gibt nur eine Sache, die noch geiler ist als Stress. Nämlich die Tatsache, dass ich kein Zweibeiner, sondern ein gesunder, stressfreier Mops bin und das auch sein DARF! Amen!

Euer Moppi Motz – Mops

Drei Minuten nach Neun

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Drei Minuten nach Neun

Drei Minuten nach Neun in der Straßenbahn. Ab Neun gilt die ermäßigte Rentner – Fahrkarte. Die Bahn ist vollgestopft mit Rollatoren und unzähligen Rentnern, die sich gegenseitig schubsen und die Sitzplätze streitig machen. Wahrscheinlich fahren sie in Arztpraxen um dort stundenlang auf ihr Blutbild zu warten oder zu Netto, da gibt es die „Krönung“ im Angebot. Frauchen umklammert mich in meiner Tragetasche und drückt sich mit dem Rücken gegen die Tür. „Kaffee is scha mal teuer geworden, dat is ne Frechheit.“, schimpft eine alte Dame. Ihre Nachbarin nickt und sagt: „Was ist das nur für eine Welt? Ich bin vor vier Wochen wieder gefallen wegen einem losen Pflasterstein.“ „Oh je, Sie Ärmste! Mein Mann wurde gerade operiert, an der Prostata … ach nee, dat ist schon alles wat!“ Gemeinsames Seufzen. „Jaja, alles nicht so einfach!“ So geht es die nächsten drei Stationen weiter und selbst Frauchen ist das Lächeln eingefroren. Die Bahn fährt derweil an einem der vielen, in der Sonne glitzernden Seen unserer Stadt vorbei. Da draußen ist das Paradies und niemand sieht es in diesem Moment, geschweige denn erfreut sich daran. Die meisten Fahrgäste sind in ihrer eigenen Welt aus Mangel, Krankheit und Unzufriedenheit gefangen, sehen das Schöne nicht mehr. Frauchen und ich haben Tränen des Mitgefühls in den Augen und beschließen, das nächste Mal morgens um Sieben Straßenbahn zu fahren. Aber ob es dann besser ist???

Zuhause angekommen brüht Frauchen sich einen Kaffee auf. Missmutig schaut sie in die dampfende Tasse.

„Kaffee ist aber auch verdammt teuer geworden!“

 Euer Moppi Motz – Mops

Urineren in Unwörtern verboten

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Urinieren in Unwörtern verboten

Es war verdammt heiß hinten im Auto, als ich mit Frauchen nach einem Besuch bei Oma, in Richtung Hütte fuhr. Dank diversen, herzhaften Leckerli’s, die es bei Oma immer extra gibt, sollte ich vor der Abfahrt natürlich auch viel trinken. Was bedeuten kann, dass selbst ein gut erzogener Mops wie ich, in so einem Falle einmal außerplanmäßig austreten muss. Ich quengelte, jaulte und guckte Frauchen zwischen den Vordersitzen vorwurfsvoll an … sie reagierte nicht. Erst als ich in besonders hohe Frequenzen überging, wurde auch sie hellhörig, sagte aber gelassen: „Schätzchen, hier kann ich nicht halten!“ Daraufhin jaulte ich noch stärker. Frauchen verlor nun ein wenig die Nerven, hielt quietschend in einem quergestreiften Feld, dass sich ‘Sperrfläche’ nennt und zerrte mich an der Leine in einen schmalen Grasstreifen zwischen den Fahrbahnen. „Nun mach schon!!!“ Ich kann aber nicht, wenn jemand guckt, dachte ich. Denn hinter uns hatte bereits ein Polizeiauto gehalten und ein Uniformierter stieg aus. „Ach Du Scheiße!“, murmelte Frauchen. Der Polizist sprach sehr autoritär zu uns: „Das Urinieren im Straßenverkehrsbegleitgrün ist streng verboten und auch gefährlich angesichts der hohen Verkehrsdichte.“

Entzückt hatte ich das Unwort der Woche vernommen: Straßenverkehrsbegleitgrün! Wer denkt sich nur so etwas aus? Zweibeiner haben eine Macke! Frauchen aber hatte ein Problem! Doch sie sprach mit süßlich weiblicher Stimmlage in fast buddhistischer Gelassenheit zu dem Uniformträger, erklärte ihm lächelnd die Situation und bat höflich um Gnade. Auf diese Weise schaffte sie es tatsächlich, um ein Bußgeld herum zu kommen und der Polizist tätschelte mir gerührt den Kopf. So stolz war ich in dem Moment auf mein Frauchen und das neu entdeckte Unwort. Am liebsten würde ich nun den, vor dem Chinarestaurant grinsenden, goldenen Glücksbuddha klauen und ihn als Denkmal für mein Frauchen in das Straßenverkehrsbegleitgrün setzen.

Gelassenheit schafft Straffreiheit. Ommmmmmh!

Euer Moppi Motz – Mops

Moppi … Lost in Obi

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Moppi … Lost in Obi

Wir schreiben das Jahr 2011. Captain Moppi fliegt per Spaceshuttle (rollender Baumarkt – Einkaufswagen), in seiner im Kindersitz eingeklemmten Hundetasche durch den Obi – Orbit. Aber wo ist Herrchen? Eben befand er sich noch an Bord des Spaceshuttles. Mit einmal jedoch wurde er von einem schwarzen Loch gefressen, gleich hinter dem Regal mit den Akkuschraubern.

Hilfe! Ich, Captain Moppi, bin verloren … lost in Obi!

Plötzlich erscheint ein grimmiger Klingone mit Obi – Schild an der Uniform, dockt an meinem Spaceshuttle an und schiebt mich aus der Umlaufbahn.

Herrchen, wo bist Du nur? Ich werde verschleppt! Der kriegerische Obi – Klingone brüllt nun durch das gesamte Schrauben – Universum: „Wem gehört der Wagen mit dem Mops???“ In diesem Moment denke ich nur: „Beam me up, Herrchen! Aber zack zack!“ Alle Obi – Orbit – Insassen starren mich an und die meisten grinsen. Jetzt möchte ich gerne von einem schwarzen Loch verschluckt werden, so peinlich ist mir diese Situation. Plötzlich taucht Herrchen wieder hinter dem Akkuschrauber – Regal auf und entschuldigt sich bei dem Klingonen. Er hätte plötzlich einen Bekannten entdeckt und sich dann in einem Gang mit diesem verquatscht. Ich bin wütend und enttäuscht. Nur weil Herrchen irgendeinen dahergelaufenen Mr. Spock im Paralleluniversum trifft, vergisst er seinen treuen Captain Moppi. Das werde ich zu Hause im Mutterschiff sofort meinem Frauchen erzählen. Die ist nämlich so schön und intelligent wie Lt. Uhura aus dem Raumschiff Enterprise und hat letztendlich alle männliche Zweibeiner im Griff. Sicherlich bekommt Herrchen Fernsehverbot.

Und während Frauchen und ich uns mit Popcorn einen spannenden Science Fiction Film anschauen, muss Herrchen zur Strafe einen Aufsatz schreiben, mit dem Thema:

‘Möpse im Weltall – Wie kann ich ihnen dienen?’

Euer Moppi Motz – Mops

 

 

 

 

Intrigen Stadl

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Intrigen – Stadl

Es regnete. Mir war kalt. Aber Frauchen stand endlos lange vor der Haustür, um mit der Nachbarin sinnloses Zeug zu reden. So beobachtete und analysierte ich derweil einen Schwarm Möwen, welcher auf der Wiese gelandet war, um sich zu streiten. Es ging scheinbar um einen Kanten Brot, doch ich blickte viel tiefer in die Möwen – Psyche, die mir irgendwie vertraut schien.

Vorne weg die Alpha- Möwe, aufgebläht, dumm, aber schön. Sie nahm es als selbstverständliches Recht, an vorderster Front zu picken. Um sie herum mehrere Arschkriecher – Möwen, die sich um den Platz neben ‘Alpha’ stritten, sich gegenseitig schubsten und beleidigten. An der dünneren, harten Brotkantenseite kreischte und hackte abwechselnd die Hektik – Möwe, immer darauf bedacht, dass alle sehen konnten, wie fleißig und hart sie arbeitete. Ganz abgemagert stand sie wohl kurz vor einem Burn- Out. Weiter hinten schielte eine kleine Möwe hungrig auf den Kanten, wurde aber von der frustrierten und vertrockneten Oberlehrer – Möwe zurecht gewiesen, von wegen ‘Erst die Arbeit, dann der Kanten’. Schließlich hätte die kleine Möwe schon zum wiederholten Male einen ‘Recht – Kreisch – Fehler’ gemacht … so kann ja wohl niemals etwas aus ihr werden!!! An der vordersten Front stritten sich noch immer die Arschkriecher – Möwen und vergaßen darüber den Kanten. Die Alpha – Möwe betrachtete selbstverliebt ihr Spiegelbild in der Pfütze. So schlich eine andere Möwe, die Schlitzohr – Möwe zum Kanten und fraß sich genüsslich voll. Zwei Tratsch – Möwen berichteten, dass die Sozialarbeiter – Möwe letzte Woche verzweifelt Suizid auf den Straßenbahn – Schienen begangen hätte. Die schrecklichen Bilder liefen seitdem jeden Tag bei Möwen – RTL.

Fern ab von dem lauten Geschrei stand eine unscheinbare Möwe. Sie beobachtete still den wilden Haufen, flog dann gelassen auf die benachbarte Wiese, um dort einen unglaublich leckeren Keks zu picken. Niemand beachtete sie. Das war die Erleuchtungs – Möwe!

Zufrieden mit mir und der Psycho – Analyse zog ich mein Fazit: „Auch Möwen sind einfach nur Menschen!“

Euer Moppi Motz – Mops

Aufdringliche Rentner und ‘Heile Welt Musik’

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Aufdringliche Rentner und ‘Heile Welt Musik’

Neulich brachten mich Herrchen und Frauchen zu meiner Aufpasserin, denn sie wollten abends zu einer Buchlesung fahren. Ich gebe zu, Angst im Dunkeln zu haben. Deshalb war ich froh, an jenem Abend so lange beschützt auf dem flauschigen Teppich meiner Aufpasserin zu ruhen, bis die Beiden mich wieder abholen würden.

Frauchen war nach ihrer Rückkehr aufgekratzt und lachte immer wieder. Es lag aber nicht an der lustigen Buchlesung, sondern an einem Ereignis kurz davor. Die Buchlesung sollte im Untergeschoss des Hauses stattfinden und auf dem Weg dorthin fiel Herrchen ein, dass er dringend noch zur Toilette müsste. Frauchen stand wartend an der Flurtreppe, gleich neben einer nur angelehnten Tür zu einem großen Raum mit Musik. Während sie dort also stand, kam plötzlich ein eleganter alter Herr im Anzug und mit Goldkettchen behängt die Treppe hoch, öffnete die Tür zu dem großen Raum und wollte mein Frauchen einfach dort hinein schieben. Erst wehrte sie sich höflich. Doch der Macho – Rentner wurde ungehalten, weil sie nicht folgte um mit ihm zu tanzen.

Herrchen saß derweil immer noch ahnungslos auf dem Klo und Frauchen kämpfte da draußen um ihr Leben. Energisch und mit ein bisschen Schaum vor dem Mund klärte sie den Rentner auf, dass sie da noch gar nicht rein dürfe, denn für diese Musik sei sie noch viel zu jung und einen Vaterkomplex hätte sie auch nicht. Der Herr zog daraufhin wütend alleine ab.

Mir und meiner Aufpasserin erzählte sie diese Geschichte äußerst blumig und sang dazu das Lied von den Flippers: „Die rrroteee Sonne von Barrrrbaaadoooos…“ Auch nannte sie den Musikraum ‘Dinosaurier – Disco Ü70’, das habe ich allerdings nicht verstanden. Ich bin äußerst stolz auf mein Frauchen und habe heute fast nichts zu meckern. Solche Übergriffe kenne ich schließlich aus meinem eigenen Leben und manchmal ist es wichtig, unhöflich und frech zu knurren, so wie mein Frauchen. Macho – Rentner mit Goldkettchen, brutale Kopfkrauler und andere penetrante Menschen sollte man generell mit gefährlichem Knurren in ihre Schranken weisen. Oder mit schrecklich gesungener Volksmusik vertreiben, so wie mein Frauchen jetzt gerade mich.

„Die rrroteee Sonne von Barrrrbaaadoooos…. „ Heul!

 Euer Moppi Motz – Mops