Im Hain der Platonien

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Im Hain der Platonien

Sonntagnachmittag, draußen toben Regen und Sturm. Bei uns brummt eine DVD in Frauchens Laptop, während diese in ihren ältesten Schlabberhosen Kaffee schlürft. Der Film beginnt. Oh nein, bitte nicht „Harry und Sally“!!! Ich weiß, wie das endet. Alles verläuft friedlich, bis Frauchen wie gewohnt circa zehn Minuten vor Filmende abschaltet und schimpft. Der Autor von „Harry und Sally“ hätte mit diesem Ende den ganzen Film versaut. Knutschen, Hochzeit … igitt … der typisch amerikanische Traum, voller Kitsch und rosa Blümchen. Frauchen ist sich sicher: Spätestens nach 2 Jahren sind Harry und Sally wieder geschieden, hassen sich und ihre schöne, ehrliche Freundschaft von einst ist zerstört und wird durch den Dreck gezogen. Frauchen hat mehrere männliche Freunde und sie sagt, dass funktioniert wunderbar, wenn man in gegenseitigem Einverständnis eine „Platonie“ pflanzt, eine Art Baum, der gut gepflegt werden muss, damit er sich tief verwurzelt und nicht beim ersten Sturm umkippt.

Männer und Frauen können also durchaus NUR Freunde sein.

Mir ist das relativ egal, was Frauchen denkt und was sie für Platonien pflanzt. Ich möchte auch weiterhin an meiner Freundin Lotte schnüffeln und wenn ich nicht schon ein wenig betagt wäre, hätte ich sehr gerne ein paar reizende Welpen mit ihr großgezogen.

Doch nun wird es wieder Zeit, mein Beinchen an diversen Bäumen zu heben und wer weiß, vielleicht ist ja auch eine von Frauchens Platonien dabei.

Euer Moppi Motz – Mops

Überredung

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Überredung

Frauchen ist krank. Mittelohrentzündung. Nicht tragisch? Ich mache mir Sorgen. Manchmal winselt sie laut vor Schmerzen, dann schimpft sie wieder über das Antibiotikum, das ihr angeblich nicht hilft, sondern sie nur depressiv verstimmt. Doch das Schlimmste ist Folgendes: Um sich abzulenken liest sie mir aus ihrem Lieblingsbuch von Jane Austen vor. Es heißt „Überredung“, klingt ziemlich verstaubt und handelt von einer Frau, die gebildet, aber überaus bescheiden ist. Die sich selbst, wann immer es geht, zurück nimmt. Na und selbstverständlich ist die Dame auch noch unglücklich verliebt.

Ich verstehe Frauchen nicht. Raubt die Entzündung im Ohr ihr den Verstand? Sonst liest sie Bücher über starke Frauen, Selbstwert und Spiegelgesetz.

Als ich sie darauf ansprach meinte sie, dass Jane Austen für die damalige Zeit um 1800 schon sehr modern und mutig war in Sachen ‘Frauenliteratur’.

Aber ich habe recherchiert und bin weiterhin sehr besorgt. Jane Austen starb bereits mit 41 Jahren an Tuberkulose und wurde erst nach ihrem Tod als Schriftstellerin bekannt. Frauchen ist gerade 44 geworden, hat Mittelohrentzündung und schreibt an diversen Manuskripten. Gibt es da Parallelen? Ich hoffe nicht.

Heute nimmt sie die letzte Tablette des Antibiotikums und ich werde sie überreden, die „Überredung“ wieder im Schrank verschwinden zu lassen und dafür ein peppiges Frauenbuch aus dem Hier und Jetzt zu lesen.

Euer Moppi Motz – Mops

Takt ist Mangelware

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Takt ist Mangelware!

Es tickt bei uns seit Tagen! So laut, dass ich von Frauchens Bett ins Wohnzimmer flüchten musste. Ursache ist ein Wecker aus grauer Vorzeit, der nun auf ihrem Nachttisch steht. Gefunden im Keller und ein Andenken an ihre verstorbene Omi. Auch das noch! Sentimentalitäten!!! Das bedeutet nichts Gutes.

Verzückt berichtete mir Frauchen, wie sie bereits als kleines Kind durch das laute Geticke selig in einen hypnotischen Schlaf fiel und bunte Geschichten träumte. Später in der Schulzeit lieh sie sich von einer Freundin, die Klavier spielte, ständig deren Metronom aus. Kennt Ihr diese Dinger? Man stellt damit den Takt ein, entweder ganz langsam … Tiiiiiicktaaaaack … oder ganz schnell … ticktackticktack … Schaut man dabei noch auf die Zeiger, anstatt wie vorgesehen Klavier zu spielen, dann fällt man rasend schnell in den Alphazustand und sieht rosa Elefanten, seinen zukünftigen Traummann oder ähnlich wirres Zeug.

Jedenfalls beobachtete ich heute ängstlich, wie Frauchen beim Gassigang verklärt in einen Laden für Musikinstrumente schlich, um unauffällig das Preisschild an einem Metronom zu entziffern. Zu meinem Ärger verließ sie das Geschäft leuchtenden Auges und mit einem kleinen Paket in der Hand.

Ich frage mich, warum sie nicht einfach wie ein normaler Mensch, ein Klavier oder eine Blockflöte kaufen kann. Jetzt muss ich mich wohl beim psychologischen Notdienst erkundigen, ob es so etwas wie eine ‘metronomische Neurose’ gibt. Denn dann lasse ich Frauchen in die Klinik einweisen. Und wenn das nicht klappt, benötige ICH einen gut geschulten Hundepsychologen!

Fazit: Die Menschen haben viele Tic(k)s, aber leider kein Taktgefühl.

Euer Moppi Motz – Mops

Kacke sagt man nicht …

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Kacke sagt man nicht …

Zweibeiner sind meist schlecht gelaunt! Aber wenn sie doch einmal lachen, dann kann ich mich nur wundern. Diese Form von Humor ist mir ein Rätsel!

Heute erlebte ich wieder so einen Fall. Frauchen kam mittags mies gelaunt und hungrig vom Zahnarzt. Selbst meine überschäumende Freude, die sonst immer zieht, zauberte keinerlei Lächeln auf ihr Gesicht. Sie nuschelte entschuldigend: „Daß kmt vonne Sprizze.“ Na gut, ihre Unterlippe hing schon etwas komisch runter und die undeutliche Aussprache war auch nicht normal.

Jedenfalls durfte Frauchen nun zwei Stunden nichts essen. Das verursachte bei ihr Aggressionen und so rollte ich mich lieber leise auf dem Sofa zusammen.

Frauchen blätterte derweil gelangweilt und wütend zugleich in einer Frauenzeitschrift. (Da so etwas sonst nie bei uns herumliegt nehme ich an, dass sie diese aus dem zahnärztlichen Wartezimmer mitgehen ließ.)

Plötzlich schreckte ich aus meinem Dämmerzustand auf. Frauchen lachte!!! Und das irre laut, mit hängender Unterlippe, aus der etwas Sabber lief. Peinlich! Ich bekam einen Anfall von Fremdschämen, bemerkte aber erleichtert, dass die Gardinen zugezogen waren. Wenn das die Nachbarn gesehen hätten, nicht auszudenken!

Neugierig geworden schnüffelte ich nun nach dem Grund des hysterischen Lachens. Auf einer Werbeseite der Zeitschrift entdeckte ich das Foto eines niedlichen kleinen Mädchens. Es trug ein T- Shirt mit der Aufschrift: „Kacke sagt man nicht …“ Frauchen lachte noch immer Tränen. Was bitte ist daran lustig?! Es stimmt doch, was da auf dem T- Shirt steht. „Kacke“ ist ein widerliches Wort, erzogene Hunde wie ich flüstern diskret „Häufi“!

Naja, soll Frauchen doch über diesen Blödsinn lachen.

Dank blickdichter Gardinen amüsiere ich mich lieber schadenfroh darüber, dass Frauchen beim Lachen sabbert wie ein Rottweiler auf Droge.

Erkenntnisse dieses Tages: „Zahnärzte sind humorvoller als man denkt!“ und „Kacke sagt man nicht!!!“

Euer Moppi Motz – Mops

Neujahrsblues

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Neujahrsblues

Meine lieben LeserInnen, Euer Moppi hat zwar keinen Neujahrs – Kater wie diverse Zweibeiner, er hat sich auch nicht maßlos überfressen wie sonst. Nein, Moppi hat tiefsten Herzschmerz!!! Moppi muss dies sogar in der dritten Person schreiben, weil der Schmerz in ‘Ich – Form’ noch größer wäre.

Aber mal nüchtern! Erst war mein Geburtstag, dann Silvester … und in diesen Tagen verliebte ich mich unsterblich! Auch wenn ich es sonst immer ein wenig drüber fand, wie Frauchen meinen Geburtstag zelebrierte, so will ich dieses Mal gnädig sein, denn schließlich nullte ich, das ist auch bei Zweibeinern ein besonderer Grund zum Feiern. Frauchen lud ihre Freundin ein und mit dieser erschien das entzückendste Geschöpf, dass ich je unter allen Möpsen der Welt sah: Lotte! Es war Liebe auf den ersten Blick, Seelenverwandtschaft … ich kann es kaum beschreiben. Lotte erwiderte meine Liebe, obwohl ich kastriert und etwas übergewichtig bin. Sie dagegen eine dynamisch sportliche und schlanke Mops-Lady. Unsere Liebe dauerte 4 Tage, dann musste sie mit ihrem Frauchen wieder fort. Fast 1000 Kilometer Autobahn liegen nun zwischen uns. Und diese quälenden Fragen … Ob ich sie wiedersehe? Ob sie mir treu bleibt? Ob ich jemals wieder Hunger habe? Seit sie fort ist, mag ich kaum noch fressen, mein Herz hüpft schmerzhaft und glücklich zugleich. Frauchen muss mir ständig Lotte’s Lieblings – DVD einlegen: „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“. Dann fühle ich mich besonders mit Lotte verbunden.

Ich glaube nicht, dass Zweibeiner eine derart tiefe und ewige Liebe fühlen können, wie wir Hunde. Mein Neujahrsblues ist um so vieles stärker, als der von meinem Frauchen. Die telefoniert gerade mit Lotte’s Frauchen und beide lachen albern über uns. Daran merkt man, wie oberflächlich Zweibeiner sind und wie achtungslos sie mit echten Gefühlen umgehen.

Deshalb verschwinde ich nun in meinem Körbchen und im Traum laufe ich mit meiner Liebsten laut bellend vor Liebe über eine grüne Sommerwiese.

Den Neujahrsblues übertrage ich so lange Frauchen, als Rache für ihr albernes Gelächter.

 Euer Moppi – Motz – Mops

Champagner – Empfang statt Klo – Lektüre!

 

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Champagner – Empfang statt Klo – Lektüre!

 

„Bei diesem Wetter lässt man doch keinen Hund vor die Tür!“ schimpfte Frauchen heute über den Dauerregen. Aber ich musste dann doch raus, es ließ sich nicht aufhalten. Wieder zurück, tropften wir beide „pudelnass“ den Flur voll. Frauchen verschwand daraufhin mit einem Glas Sekt in der Wanne voll duftendem Schaum, während ich in ein Handtuch eingekuschelt, auf einem Hocker vor der Wanne thronte. Wir spielten Champagner – Empfang, das ist eines meiner Lieblingsspiele. Frauchens Champagner ist Sekt aus dem Penny – Markt, meiner herrlich klares Sprudelwasser direkt aus dem Duschkopf. Das ist ein königlicher Gourmet – Genuss für mich, es prickelt und hat Stil. Während Frauchen mir eine spannende royale Mops – Geschichte erzählte und mir noch einen weiteren Schluck Sprudel aus der Dusche gönnte, hämmerte es an die Badtür. „Mach hin, ich muss auf’s Klo!“, tönte es. Herrchen!!! Frauchen antwortete gelassen: „Ja ja, in der Ruhe liegt die Kraft!“ Herrchen ließ sich aber nicht abwimmeln und hämmerte weiter aggressiv gegen die Tür. Ich bin über so ein rüdes Benehmen absolut empört. Frauchen und ich mussten also weichen. Herrchen verschwand nun für eine geschlagene Stunde wütend auf dem Klo. Frauchen erklärte mir, dass alle Männer dort so lange brauchen, weil es der einzige Ort ist, an dem sie sich archetypisch wohl fühlen und in Ruhe Autozeitschriften lesen können. Ich war ein wenig enttäuscht, denn ich hatte Herrchen nie dem gemeinen Pöbel zugeordnet. Als er schließlich vom Klo kam, knurrte ich ihm meinen Protest über den gestörten, standesgemäßen Champagner – Empfang direkt entgegen. Er verstand mich nicht! Deshalb nutze ich diese Möglichkeit hier für ein klares Statement:

„Auch wenn ich ein Rüde bin, distanziere ich mich von dem rüden Benehmen meines Herrchens und aller anderen männlichen Zweibeiner. Und ich fordere eine Hütte, in der sich Wannenbad mit Champagner und Klo mit Autozeitschriften in getrennten Räumen befinden!!!“

 

Euer Moppi Motz – Mops

 

 

Gegen Atomkraft – für Weltfrieden

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Gegen Atomkraft – für Weltfrieden

Ich fühle mich zutiefst verkackeiert!!! Frauchen hat mein Konterfei als Profilbild bei ‘Facebook’ eingesetzt. Ok, am Anfang war das recht schmeichelhaft, ich sehe ja auch wirklich verdammt gut aus. Aber heute hat sie dort einen Button eingefügt, so dass ein Teil meines Gesichtes mit der Aufschrift „Atomkraft – Nein Danke“ verdeckt ist. Nicht, dass ich FÜR Atomkraft wäre, aber es schockiert mich, wie die Zweibeiner ticken. Sich auf meine Kosten wichtig tun mit so einem Aufkleber, aber zu Hause schön den Atom – Strom nutzen. Den rieche ich doch drei Meter aus der Steckdose! Dabei gibt es längst Öko – Strom. Aber nein, das ist zu umständlich, jetzt den Stromanbieter zu wechseln. So ein Aufkleber tut es schließlich auch um Position zu beziehen. Lächerlich!

Dabei hätte ich doch eine viel bessere Idee zur Stromgewinnung: Frauchen (Und wahrscheinlich auch die Bundeskanzlerin!) könnte ihr Trimmrad umbauen, das steht sowieso nur eingestaubt herum. Dann auf ganz ökologische Art mit Hilfe eines Dynamo’s Strom gewinnen und dabei etwas für die eigene Fitness tun. Das Risiko für Herz – Kreislauf – Erkrankungen würde drastisch sinken und auch der BMI – Wert vom Frauchen wäre endlich einmal im grünen Bereich. So würde sie bald wieder in Größe 36 passen und aufhören permanent über ihre Figur zu jammern. Die Atomkraftwerke könnten natürlich auch geschlossen werden!

Ich, Moppi, beziehe immer klar Stellung: Ich bin nicht nur gegen Atomkraft, sondern auch für den Weltfrieden! Und das lebe ich als Vorbild auf ganzer Linie. Neulich habe ich wegen dem Weltfrieden sogar den Postboten in Ruhe gelassen. Obwohl ich allergisch auf sein schepperndes Fahrrad reagiere. Könnte man übrigens auch super umbauen für die Gewinnung von Ökostrom.

Aber auf mich hört ja keiner. Nicht einmal die Leute bei ‘Facebook’!

Euer Moppi Motz – Mops!

Tausche Abhängigkeit gegen Golfplatz

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Tausche Abhängigkeit gegen Golfplatz

 

Das Leben als Mops kann sich durchaus komfortabel anfühlen, in jedem Fall besser als auf zwei lächerlichen Menschen – Beinen umher zu laufen. Aber manchmal spüre ich meine Abhängigkeit von diesen Kreaturen in allen Knochen, in den eigenen Knochen genauso wie bei denen, die ich viel zu selten zu fressen bekomme, weil man sie mir aus Gewichtsgründen verweigert. Aber ich schweife vom Thema ab. Abhängigkeit… eine üble Geschichte. Heute wieder erlebt. Doch nun mal von Anfang an: Meine Familie und ich sind umgezogen, in eine trendige schicke Hütte. Direkt an einer großen Wiese, wo mit knallharten Bällen geschossen wird. Herrchen nennt das ‘Golfplatz’. Jedenfalls habe ich den edlen Sport des Apportierens für mich entdeckt und war kurz davor, olympisches Gold zu holen. Frauchen hatte sogar schon Fotos für die Pressemappe von mir und dem apportierten Golfball gemacht.

Heute wollte ich wieder besonders hart trainieren, doch da waren plötzlich viele fremde Menschen auf dem Golfplatz und Frauchen wurde extrem nervös. Dennoch holte ich konzentriert mehrere Bälle. Leider gab es Anlass zur Befürchtung, dass Frauchen einfach nicht zu mir und meinen Leistungen steht, denn sie zerrte mich (An der Leine!!!) weg vom Platz und in den Wald. Dort sollte ich dann einen einzigen lumpigen Ball apportieren. Das ist keine Herausforderung, sondern eine Beleidigung. Ich bin enttäuscht! Ich bin abhängig! Aber ich suche mir eine neue Berufung. Da ich als sehr belesen und intelligent gelte, wäre ein Job als Lektor mein Ding oder noch besser: Literaturkritiker wie Marcel Reich- Ranicki. Nur das ich einen modernen und coolen Sprachschatz nutze, angelehnt an mein Vorbild Dieter Bohlen. Ich höre mich schon zu den talentfreien Zweibeiner – AutorInnen sagen: „Dein Buch ist Meeegaaa -Scheiße!“

Das Beste daran: Damit verdiene ich auch noch Meeegaaa- Kohle.

Und dann kaufe ich mir meinen eigenen Golfplatz!

 

Euer Moppi Motz – Mops